Das Team Carologistics, das sich aus wissenschaftlichen MitarbeiterInnen und Studierenden des Cybernetics Lab IMA & IfU, des Lehr- und Forschungsgebiets Wissensbasierte Systeme (beide RWTH Aachen University) und des MASCOR Instituts (FH Aachen, University of Applied Sciences) zusammensetzt, konnte den Titel des Deutschen Meisters bei der RoboCup Logistics League zum vierten Mal nach Aachen holen. Die German Open fanden vom 25. bis 29. April 2018 in den Magdeburger Messehallen statt.

Nach einer spannenden ersten Phase konnten die Carologistics mit nur 106 zu 105 Punkten als Rangerster in die Playoffphase starten, in der sie sich einen Platz im Finale gegen das Team GRIPS der TU Graz sicherten.

Im Finale gegen GRIPS, den Vizeweltmeister des letztjährigen RoboCups, ging das Spiel erstmals in der Geschichte der RoboCup Logistics League in die Verlängerung, da beide Teams am Ende des Finalspiels Gleichstand hatten und damit das Spiel um 5 Minuten verlängert wurde. Die Carologistics gingen dann mit zwei Punkten in Führung und behielten diese bis zum Ende. Sie hätten Ihren Vorsprung sogar fast noch ausbauen können, jedoch - wie bei der Weltmeisterschaft in Japan 2017- wurde die Punkte bringende Aktion erst eine Sekunde nach Ende der Spielzeit beendet und somit blieb es bei einem denkbar knappen Sieg der Carologistics.

Die RoboCup Logistics League zeichnet sich besonders dadurch aus, dass auf einem 14 x 8 Meter großen Spielfeld im Kleinen gezeigt wird, was in den nächsten Jahren in sogenannten "Smart Factories" im Industrie 4.0-Kontext aus intralogistischer Sicht möglich ist. So erkunden die Roboter eines jeden Teams das Spielfeld und melden zurück, an welcher Position welche Maschine steht. Somit finden die Roboter selbst die besten Verbindungen zwischen einzelnen Maschinen. Ist diese erste Phase (Exploration) abgeschlossen, geht es in der anschließenden Produktionsphase darum, individuelle Produkte der Losgröße 1 zu fertigen. Es werden den Robotern also Zeitfenster für Aufträge zu Produkten mitgeteilt, über die das Kollektiv von Robotern entscheidet, wann und wie es welche Bestellung produziert. Dabei muss der Produktionsprozess in seine einzelnen Bestandteile und gegenseitigen Abhängigkeiten zerlegt werden. Daraus ergeben sich Aufgaben mit zeitlichen Abhängigkeiten, die die Roboter unter sich aufteilen müssen.

Für die RoboCup-Weltmeisterschaften Mitte Juni in Montreal, Kanada, wird das Team in den nächsten Wochen verstärkt an ihrem Greifsystem arbeiten, um die Werkstücke robuster und autonom zu greifen und damit den vollen Nutzen aus dem Agentensystem zu schöpfen.

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