30.10.2017

Enceladus-Explorer-Initiative: Gletschertest am Langenferner erfolgreich abgeschlossen


Auf dem Langenferner bei Santa Caterina Valfurva in Italien wurde im Spätsommer dieses Jahres der erste gemeinsame Gletschertest der Enceladus-Explorer-Initiative (EnEx) durchgeführt. Ziel der vom DLR Raumfahrtmanagement ins Leben gerufenen EnEx-Initiative ist die Vorbereitung einer Raumfahrtmission zur Suche nach außerirdischem Leben auf dem Saturnmond Enceladus. Eine navigierbare Schmelzsonde soll unter der Eisoberfläche wassergefüllte Spalten detektieren, anbohren, Flüssigkeitsproben nehmen und diese analysieren. Innerhalb der EnEx-Initiative werden neue Basistechnologien zur Navigation in Eis für dieses Missionsszenario entwickelt.
Bereits im Jahr 2016 hatte eine Erkundung der RWTH Aachen University gezeigt, dass das Umfeld der hochalpinen Hütte Refugio Casati am Gletscher Langenferner ein idealer Teststandort für die terrestrische Erprobung der entwickelten Navigationsysteme bietet. Nun fanden sich unter der Koordination der RWTH mehr als zwanzig Wissenschaftler für einen intensiven dreiwöchigen Feldtest ein. Beteiligt neben der RWTH sind FH Aachen, TU Braunschweig, Universität Bremen und die Firma GSI Systems. Als Ergebnis liegt nun eine große Datenmenge für die weitere Auswertung vor. Im nächsten Jahr wird es wieder einen Gletschertest geben, der die finale Erprobung der Systeme zum Ziel hat.
Das EnEx-RANGE-Projekt ist eine interdisziplinäre Kooperation des III. Physikalischen Instituts B, Prof. Dr. Christopher Wiebusch, mit dem Cybernetics Lab IMA/ZLW & IfU, Prof. Dr. Sabina Jeschke. Die Physiker entwickeln die akustisch-sonografischen Systeme zur Vorfeld-Bildgebung und die akustische Lokalisierung mit den Sonden des akustischen Sensornetzwerkes, während die Ingenieure die Anwendung autonomer Strategien der Robotik für die optimale Anordnung dieses Netzwerkes erforschen. Das EnEx-DiMIce Projekt unter Leitung von Dr. Julia Kowalski, AICES, modelliert den Einschmelzvorgang von Sonden in Eis.


Ihre Fragen beantwortet Sebastian Schönitz M.Sc.